Einstieg Deutsch – Projektförderung

Ergebnisse und Erfolge

Das Projekt in Zahlen

Rund 31.500 Geflüchtete in ganz Deutschland haben von Mitte 2016 bis Ende 2018 nach dem Konzept von „Einstieg Deutsch“ gelernt.
Insgesamt haben sich 294 Bildungseinrichtungen bundesweit am Projekt beteiligt und vor Ort 1.886 „Einstieg Deutsch“-Lernangebote durchgeführt.
Die häufigsten Herkunftsländer der Teilnehmenden waren Afghanistan (24%), Syrien (19%), Irak (8%), Iran (6%) und Eritrea (4%).

Video-Dokumentation

Das Video gibt beispielhaft Einblicke in die Arbeit von drei Einrichtungen. Es zeigt, wie dort die Besonderheiten von „Einstieg Deutsch“ umgesetzt wurden – das Unterrichten mit digitalen Lernmedien, Kinderbetreuung, Exkursionen und die Unterstützung durch ehrenamtliche Lernbegleiter*innen. Verantwortliche der Bildungseinrichtungen, Lehrkräfte und die Geflüchteten selbst berichten von ihren Erfahrungen.

Wirkungen von „Einstieg Deutsch“

Seit Ende 2017 hat die Beratungsfirma Syspons das Projekt wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die Ergebnisse belegen die Wirksamkeit auf mehreren Ebenen:
Lernerfolge bei Geflüchteten
Die Teilnehmenden haben erste Sprachkenntnisse erworben und Gepflogenheiten des Zusammenlebens in Deutschlands kennengelernt. Zudem wurden sie an digitales und selbstständiges Lernen herangeführt. Dies gilt auch und insbesondere für lernungewohnte Teilnehmende. Einstieg Deutsch hat sich zudem als sinnvolle Vorbereitung auf den Integrationskurs erwiesen: Die Teilnehmenden konnten sich an den Unterrichtsalltag gewöhnen und wichtige Grundkompetenzen erwerben.
Digitalisierung in der Erwachsenenbildung
Für viele Bildungsträger war der Einsatz digitaler Medien im Deutschunterricht Neuland. Die Schulungen durch den DVV und die praktischen Erfahrungen aus „Einstieg Deutsch“ begeisterten sie für die Möglichkeiten digitalen Lernens: Sowohl Lehrkräfte als auch Verantwortliche bei den Träger planen, digitale Lernmedien weiterhin und mehr in anderen Angeboten zu nutzen.
Verknüpfung von Haupt- und Ehrenamt
Durch die systematische Einbindung von ehrenamtlichen Lernbegleiter*innen wurden die Lehrkräfte entlastet. Die größten Wirkungen zeigten sich bei der Binnendifferenzierung im Unterricht und bei der individuellen Unterstützung einzelner Lerner*innen. Fast die Hälfte der Lernbegleiter*innen hatte zudem einen eigenen Migrationshintergrund. Dies wertete die Evaluation als einen überraschenden Erfolg des Projekts, der nicht explizit angestrebt war.
Innovationen für niedrigschwellige Sprachkurse
Viele Träger möchten Aspekte, die sie im Rahmen von „Einstieg Deutsch“ erprobt haben, weiterführen. Dies betrifft nicht nur den Einsatz digitaler Medien, sondern auch die erarbeiteten Methoden zur Binnendifferenzierung sowie Lernangebote speziell für lernungewohnte Teilnehmende und Exkursionen. Von denjenigen, die für „Einstieg Deutsch“ eine Kinderbetreuung eingerichtet haben, möchte ein Großteil diese weiterführen.

Erfolgsfaktoren von „Einstieg Deutsch“

Die Evaluation des Projekts durch die Syspons GmbH hat gezeigt, dass das vom DVV entwickelte Konzept großes Innovationspotential besitzt. Viele Ansätze waren erfolgreich und bieten sich für einen Transfer auf ähnliche Projekte der Sprachförderung an:
Geringe Hürden für die Teilnahme
Die Teilnehmenden konnten den Kurs „Einstieg Deutsch“ jederzeit beginnen und mussten keine formalen Voraussetzungen erfüllen. Freiwilligkeit, Fehlen von Leistungsdruck sowie ein auf die Einzelnen angepasstes Lerntempo waren wichtige Faktoren, um Lernerfolge zu erzielen – insbesondere bei lernungewohnten Teilnehmenden.
Familienfreundliche Rahmenbedingungen
Kurszeiten, die auf Schul- und Kindergartenzeiten abgestimmt sind, sowie Kinderbetreuung in räumlicher Nähe waren zentrale Faktoren, um Frauen die regelmäßige Teilnahme zu erleichtern.
Digitale Lernmedien
Digitale Lernmedien erwiesen sich besonders hilfreich bei der Binnendifferenzierung und um Gelerntes zu üben. Sie halfen die Motivation zu steigern und das autonome Lernen zu trainieren.
Ehrenamtliche Lernbegleiter*innen
Ehrenamtliche halfen den Geflüchteten in Selbstlernphasen beim Vertiefen von Gelerntem und beim Umgang mit den digitalen Lernmedien. Sie konnten aber auch die Lehrkraft im Unterricht unterstützen und erleichterten so die Binnendifferenzierung und individuelle Förderung.
Flexible Administration
Rückmeldungen aus der Praxis bildeten die Grundlage für kontinuierliche Anpassungen des Konzepts. Die Projektpartner schätzten zudem, dass sie mit „Einstieg Deutsch“ schnell und bürokratiearm auf akuten Bedarf vor Ort reagieren konnten. Anträge auf Fördermittel konnten laufend gestellt werden und wurden in der Regel innerhalb von vier Wochen bearbeitet.
Einen ausführlichen Artikel zu den Schlüsselfaktoren lesen Sie hier